Kurz gesagt
Rückenprobleme beim Pferd zeigen sich meist indirekt: durch Abwehr beim Satteln und Gurten, Unruhe beim Aufsteigen, Taktfehler, Leistungsabfall oder Schweifschlagen unter dem Reiter. Weil häufig eine Lahmheit dahintersteckt, gehört die Abklärung zuerst zum Tierarzt.

Rückenschmerzen beim Pferd erkennst du selten am Rücken selbst, sondern am Verhalten: beim Putzen, Satteln, Aufsteigen und Reiten. Oft ist der Rücken nicht die eigentliche Ursache, sondern reagiert auf eine Lahmheit. Deshalb steht die tierärztliche Abklärung vor jeder Therapie.
Kurz zusammengefasst
- Typische Zeichen: Abwehr beim Satteln und Gurten, Einsinken beim Aufsteigen, Schweifschlagen, Taktfehler, Leistungsabfall.
- In einer Studie waren 74 % der Pferde mit Rückenproblemen auch lahm.
- Röntgenbefunde am Rücken sind häufig, auch bei Pferden ohne Beschwerden.
- Physiotherapie und Training kommen nach der Diagnose, nicht statt ihr.
- 71 % von 353 befragten Spezialisten behandeln Kissing Spines zunächst konservativ, meist mit lokaler Behandlung plus kontrollierter Bewegung.
- Stand der Studienauswertung: 8. Oktober 2026, neueste berücksichtigte Arbeiten von 2025 und 2026.
Woran erkennst du Rückenschmerzen beim Pferd?
Rückenschmerzen beim Pferd zeigen sich durch Verhaltensänderungen und Leistungseinbußen, selten durch ein einzelnes eindeutiges Zeichen. Eine Fallserie mit Springpferden nennt als typische Hinweise (Shokry et al. 2025):
- Leistungsabfall und Springfehler
- weniger Schub aus der Hinterhand
- Widerwillen beim Rückwärtsrichten
- Schweifschlagen und Zähneknirschen
- „kalter Rücken“ beim Satteln und Einsinken beim Aufsteigen
Eine Übersichtsarbeit ergänzt: Pferde mit Rückenschmerz wehren sich häufig gegen Putzen, Satteln und Gurten. Sie reagieren empfindlich beim Abtasten im Brust- und Lendenbereich, bewegen den Rücken weniger und zeigen manchmal eine vage Lahmheit (Domańska-Kruppa et al. 2024). Bei sattelbedingten Problemen kommen Muskelabbau, allgemeine Steifigkeit, ein verkürzter Schritt vorne und Widerwillen gegen Biegung hinzu.
Die Vetmeduni Wien nennt weitere schmerzbezogene Verhaltensweisen: Ausweichen beim Satteln und Aufsteigen, Steigen oder Ausschlagen beim Reiten, Kopfschütteln, Bewegungsunlust sowie Aggression oder Teilnahmslosigkeit (Auer 2016).
Wie beobachtest du dein Pferd gezielt? Der 4-Situationen-Check
Der 4-Situationen-Check ist unsere redaktionelle Beobachtungshilfe. Er ordnet die Zeichen den Momenten zu, in denen du sie am ehesten siehst. Notiere Datum, Situation und Beobachtung. Diese Notizen helfen Tierarzt und Therapeutin mehr als ein allgemeines „Er ist komisch“.
| Situation | Worauf du achten kannst |
|---|---|
| 1. Putzen | Zuckt das Pferd unter der Bürste, legt es die Ohren an, weicht es mit dem Rücken aus? |
| 2. Satteln und Gurten | Dreht es den Kopf, schnappt es, tritt es, hält es die Luft an oder sinkt es ab? |
| 3. Aufsteigen | Läuft es weg, sinkt es im Rücken ein, bleibt es nicht stehen? |
| 4. Reiten | Wechselt die Kopfhaltung ständig, schlägt es mit dem Schweif, öffnet es das Maul, wird der Takt unregelmäßig? |
Für die vierte Situation gibt es ein geprüftes Werkzeug: das Ridden Horse Pain Ethogram (RHpE). Es umfasst 24 Verhaltensweisen unter dem Reiter, zum Beispiel Ohren 5 Sekunden oder länger angelegt oder ein 10 Sekunden oder länger geöffnetes Maul. Zeigt ein Pferd 8 oder mehr davon, gelten Schmerzen im Bewegungsapparat als wahrscheinlich (Dyson & Pollard 2020). Das RHpE ist ein Hinweis auf Abklärungsbedarf, keine Diagnose.
Videos helfen zusätzlich. Filme dein Pferd an der Hand auf festem Boden von vorn, von hinten und von der Seite. Eine Studie zu Vorderbeinlahmheiten empfiehlt mindestens eine Aufnahme, bei der das Pferd frontal auf die Kamera zutrabt. Achte auch auf Taktunreinheit, also einen unregelmäßigen Rhythmus.
Warum ist Rückenschmerz oft ein Lahmheitsproblem?
Rücken und Beine hängen eng zusammen. Wer nur den Rücken betrachtet, übersieht oft die eigentliche Ursache.
- In einer Studie waren 74 % der Pferde mit Rückenproblemen auch lahm. Von den lahmen Pferden hatten 32 % Rückenprobleme (Landman et al. 2004).
- Lahmheiten an Vorder- oder Hinterbein und Schmerzen im Iliosakralgelenk können einen primären Rückenschmerz vortäuschen. In einer Auswertung von 582 Pferden war die diagnostische Anästhesie für die Diagnose entscheidend (Zimmerman et al. 2012).
- Von 60 Pferden, die laut Besitzern beschwerdefrei arbeiteten, waren 73 % geringgradig lahm (Dyson & Pollard 2020).
- Bei 150 Pferden mit Schmerzen im Bewegungsapparat hing das Schmerzverhalten unter dem Reiter nicht mit dem Lahmheitsgrad zusammen (Dyson & Pollard 2023). Fehlende sichtbare Lahmheit schließt Schmerzen also nicht aus.
Ein weiteres Beispiel: Ein seitlich rutschender Sattel wirkt wie ein Sattelproblem. In einer Studie trat Sattelrutschen aber bei 54 % der Pferde mit Hinterhandlahmheit auf und bei keinem gesunden Pferd. Nach Ausschalten des Schmerzes verschwand das Rutschen meist (Greve & Dyson 2013).
Wie viel Schmerzverhalten ist normal?
Einzelne der beschriebenen Verhaltensweisen zeigen auch Pferde, die als gesund gelten. Entscheidend sind Anzahl, Dauer und Veränderung.
- Bei 1.358 als wettkampffähig eingestuften Sportpferden lag der mittlere RHpE-Wert (Median) bei 4 von 24, die Spanne reichte von 0 bis 12 (Dyson & Pollard 2024).
- Bei 1.010 Starts in britischen Vielseitigkeitsprüfungen erreichten rund 9 % einen Wert von 8 oder mehr. Diese Pferde hatten mehr Strafpunkte (Dyson & Pollard 2022).
Ein Pferd, das ab und zu mit dem Schweif schlägt, ist also nicht automatisch krank. Ein Pferd, das viele dieser Zeichen zeigt oder dessen Verhalten sich verändert hat, sollte untersucht werden.
Auch das Gesicht kann Schmerzen verraten. Bei akutem, experimentell ausgelöstem Schmerz beschrieben Forschende ein „Schmerzgesicht“: tief oder ungleich gehaltene Ohren, ein angespannter, starrer Blick, geweitete Nüstern sowie angespannte Lippen und Kinnpartie (Gleerup et al. 2015, 6 Pferde; zitiert nach Auer 2016). Ob sich das auf chronische Rückenschmerzen übertragen lässt, ist nicht untersucht.
Vorsicht beim Abtasten: Bei 20 Polizeipferden hatten alle mindestens einen Triggerpunkt, also eine tastbare Muskelverhärtung, im Rücken. Die Tastbefunde hingen aber nicht mit Gangasymmetrie oder Schmerzverhalten zusammen (Resano-Zuazu et al. 2026). Ein verspannter Muskel allein ist daher keine Diagnose.
Was sind häufige Ursachen von Rückenproblemen?
Rückenprobleme können vom Knochen, von Muskeln und Bändern, vom Sattel, vom Reiter oder von einer Lahmheit ausgehen. Häufig wirken mehrere Faktoren zusammen. In der klassischen Fallserie von Jeffcott mit 443 Pferden einer Überweisungsklinik waren Weichteilverletzungen (rund 39 %) und Veränderungen an den Wirbeln (rund 39 %) die häufigsten Diagnosen (Jeffcott 1980). Die Zahlen sind alt und stammen aus einer Klinik, zeigen aber: Muskeln und Bänder sind genauso häufig betroffen wie Knochen.
Wirbelsäule: Bei Kissing Spines stehen die Dornfortsätze der Brustwirbel zu eng oder überlappen sich. Röntgenbefunde dieser Art sind laut Röntgen- und Sektionsstudien sehr häufig, auch ohne Beschwerden; Bild und Klinik hängen nicht zuverlässig zusammen (Pilati et al. 2025). Mehr im Ratgeber Kissing Spines beim Pferd.
Muskulatur: Der Musculus longissimus dorsi ist der wichtigste Muskel der Oberlinie. Zerrungen können Rückenschmerz und eingeschränkte Biegung verursachen. Ein Abbau des tiefen Multifidus-Muskels kann bestehen bleiben, auch wenn der ursprüngliche Schmerzreiz weg ist (Domańska-Kruppa et al. 2024).
Sattel: Bei 150 Pferden mit Leistungsproblemen hatten 37,3 % einen schlecht passenden Sattel, der die Leistung wahrscheinlich beeinflusste (Dyson & Pollard 2023). In einer Schweizer Untersuchung waren nur 10 % der Sättel frei von den geprüften Passformproblemen; Rückenschmerz hing mit bestimmten Passformfehlern zusammen (J Equine Vet Sci 2021).
Reiter: Eine aktuelle Übersichtsarbeit nennt neben dem schlecht sitzenden Sattel einen unausbalancierten Reiter als wichtigen Faktor für Rückenschmerz (Domańska-Kruppa et al. 2024). Sitz und Balance gehören deshalb mit auf den Prüfstand, etwa per Video oder Reitunterricht.
Iliosakralgelenk (ISG): Das Gelenk zwischen Kreuzbein und Becken liegt tief und ist schwer zu untersuchen; einen Referenztest gibt es nicht (Walter et al. 2024). In einer Fallserie mit 75 Springpferden war eine ISG-Verstauchung die häufigste Diagnose (40 %), und rund 71 % der Pferde gingen hinten lahm (Shokry et al. 2025). Chronische ISG-Beschwerden gelten seit einer klassischen Fallserie als häufige Quelle von Kreuz- und Rückenschmerz bei Sportpferden (Jeffcott 1980).
Nerven und Bandscheiben: Seltener stecken Bandscheibenerkrankungen, Schäden am Rückenmark oder Wirbelbrüche dahinter. Sie können zu Koordinationsstörungen führen und sind ein Notfall (Domańska-Kruppa et al. 2024).
Gurtzwang: Abwehr beim Gurten ist unspezifisch. Von 37 Pferden einer Klinik-Auswertung hatten 12 Magengeschwüre, 10 orthopädische Probleme und 3 schlecht passende Sättel (J Equine Vet Sci 2019).
Wie klärt die Tierärztin oder der Tierarzt Rückenprobleme ab?
Die tierärztliche Abklärung kombiniert Vorbericht, klinische Untersuchung und Bildgebung. Laut einer aktuellen Übersichtsarbeit gehören dazu Röntgen, gegebenenfalls Ultraschall und Szintigrafie sowie die diagnostische Anästhesie, also das gezielte Betäuben einzelner Regionen (Pilati et al. 2025). Weil Rückenschmerz oft mit einer Lahmheit zusammenhängt, gehört eine Lahmheitsuntersuchung in der Regel dazu.
Rechne damit, dass ein Röntgenbild allein keine abschließende Antwort liefert. Entscheidend ist, ob ein Befund zu den Beschwerden passt.
Sofort Tierarzt rufen, wenn …
- Dein Pferd schwankt, stolpert oder sich unkoordiniert bewegt. Schäden an Bandscheiben oder Rückenmark können zu neurologischen Ausfällen führen (Domańska-Kruppa et al. 2024).
- es ein Bein nicht oder kaum belastet oder plötzlich stark lahmt (University of Sydney Veterinary Hospital).
- es sich nach einem Sturz nicht normal bewegt oder Wunden, Schwellungen oder Blutungen zu sehen sind.
Plötzliche, deutliche Verhaltensänderungen wie Steigen, Ausschlagen oder Teilnahmslosigkeit (Auer 2016) und anhaltende Abwehr beim Satteln oder Reiten gehören zeitnah in die tierärztliche Abklärung. Diese Seite ersetzt keine Diagnose.
Welche Behandlungen gibt es bei Rückenproblemen?
Die Behandlung richtet sich nach der Diagnose und kombiniert meist tierärztliche Maßnahmen mit Training. Eine Literaturübersicht der FU Berlin zu Kissing Spines nennt als konservative Möglichkeiten entzündungshemmende Medikamente, Muskelrelaxanzien, Bisphosphonate, Mesotherapie, Stoßwelle, Elektrostimulation, Infrarot, Kinesio-Tape und Akupunktur sowie Physiotherapie, Massage, Chiropraktik, Osteopathie und angepasstes Training (Baudisch et al. 2022, Teil 1). Als bislang aussichtsreichste Kombination gilt dort lokale Behandlung plus gezielter Muskelaufbau.
| Behandlungsweg | Wer | Wofür |
|---|---|---|
| Medikamente, lokale Injektionen, Stoßwelle | Tierärztin oder Tierarzt | Schmerz und Entzündung senken, damit Training möglich wird |
| Physiotherapie, Massage, manuelle Therapie, Osteopathie | Therapeutin oder Therapeut nach Diagnose | Beweglichkeit, Muskelspannung, Begleitung des Trainings |
| Kontrolliertes Bewegungsprogramm | Besitzerin oder Besitzer mit Anleitung | Rumpf- und Rückenmuskulatur aufbauen |
| Sattel- und Reitercheck | Sattler, Reitlehrerin | Ursachen im Alltag abstellen |
| Operation | Pferdeklinik | Kissing Spines, wenn die konservative Behandlung nicht anspricht |

In einer internationalen Umfrage unter 353 Spezialisten bevorzugten 71 % zunächst die konservative Behandlung; am häufigsten kombinierten sie eine lokale Injektion (26,7 %) mit kontrollierter Bewegung (25,5 %) (Treß et al. 2024). Erst wenn ein Pferd darauf nicht anspricht, kommt eine Operation in Betracht. Als Verfahren beschreibt die FU-Berlin-Übersicht das teilweise Entfernen von Dornfortsätzen (Ostektomie) und das Durchtrennen des Bandes zwischen den Dornfortsätzen (Desmotomie); die Desmotomie gilt als weniger invasiv (Baudisch et al. 2022, Teil 2). Details stehen im Ratgeber Kissing Spines beim Pferd.
Welche Rolle spielt Pferdephysiotherapie?
Pferdephysiotherapie kann nach der tierärztlichen Diagnose Teil des Behandlungsplans sein. Sie ersetzt die Diagnose nicht.
Was Studien dazu sagen:
- In einer internationalen Umfrage unter 353 Spezialisten bevorzugten 71 % bei Kissing Spines zunächst konservative Behandlung. Manuelle Therapie wurde von europäischen Spezialisten häufiger in Betracht gezogen als von US-Kollegen (Treß et al. 2024).
- Bei 18 Pferden mit Rückenschmerz verbesserten sechs Wochen Wasserlaufband, Longieren oder Laufband den Tastbefund, die Muskulatur im Lendenbereich und die Schmerzschwelle in der Sattellage. Die drei Programme unterschieden sich nicht (Geiger et al. 2025). Eine Kontrollgruppe gab es nicht.
- Für Reha und Begleittherapien nach Rückenbefunden gibt es laut Übersichtsarbeit noch keine klaren Leitlinien (Pilati et al. 2025).
Die Studien sind klein, wie oft in der Tiermedizin, und zeigen erste Verbesserungen durch kontrolliertes Bewegungstraining. Einen bestimmten Behandlungserfolg kann trotzdem niemand vorhersagen. Seriöse Pferdephysiotherapeutinnen arbeiten mit der tierärztlichen Diagnose, dokumentieren Befunde und passen den Plan an. Mehr zu Methoden und Forschungsstand im Ratgeber Pferdephysiotherapie: was sie ist und was sie kann.
Wenn die tierärztliche Abklärung erfolgt ist und du eine Pferdephysiotherapeutin im Raum München suchst, hilft dir unsere Anfrage: Beantworte ein paar Fragen zu deinem Pferd – wir finden die passende Pferdephysiotherapie in deiner Region.
Was kannst du selbst prüfen?
Ohne Diagnose solltest du dein Pferd nicht selbst behandeln. Einige Dinge kannst du aber beobachten und organisieren.
Sattel regelmäßig prüfen lassen. Die Rückenmaße eines Pferdes verändern sich innerhalb eines Jahres deutlich. Die Autoren einer Studie empfehlen, die Passform mehrmals jährlich fachkundig prüfen zu lassen (Greve & Dyson 2015). Nach korrekter Arbeit wird der Rücken vorübergehend breiter, unter einem unpassenden Sattel nicht. Deshalb lohnt ein Blick vor und nach dem Reiten.
Den eigenen Sitz prüfen. Ein unausbalancierter Reiter gilt als Faktor für Rückenschmerz (Domańska-Kruppa et al. 2024). Ein Video vom Reiten oder eine Stunde bei einer Reitlehrerin zeigt, ob du gerade und im Gleichgewicht sitzt.
Veränderungen dokumentieren. Fotografiere den Rücken alle paar Wochen von der Seite und von oben, am gleichen Ort und bei gleichem Licht. So siehst du Muskelabbau früher.
Training anpassen, nicht erzwingen. Wenn ein Pferd plötzlich Lektionen verweigert, ist das ein Signal. Muskelaufbau ist sinnvoll, aber erst bei einem abgeklärten Pferd. Mehr dazu im Ratgeber Pferd Muskelaufbau.
Was ist dein nächster Schritt?
- Beobachtungen mit dem 4-Situationen-Check notieren und Videos aufnehmen.
- Tierärztlich abklären lassen, ob eine Lahmheit oder ein Befund an der Wirbelsäule vorliegt. Bei Lahmheit hilft der Ratgeber Pferd lahmt: Was tun und wann zum Tierarzt?.
- Mit der Diagnose die passende Unterstützung wählen. Der Wegweiser hilft beim Eingrenzen.
Im Verzeichnis findest du Pferdephysiotherapeutinnen und -therapeuten im Raum München und Umland. Oder du nutzt die Anfrage: Beantworte ein paar Fragen zu deinem Pferd – wir finden die passende Pferdephysiotherapie in deiner Region. Die Anfrage kannst du auch stellen, wenn die Abklärung noch aussteht: Bei Warnzeichen melden wir uns zeitnah und empfehlen dir bei Bedarf eine passende Tierärztin oder einen passenden Tierarzt. In einem akuten Notfall ruf aber zuerst den tierärztlichen Notdienst.
Häufige Fragen
Wie äußern sich Rückenschmerzen beim Pferd?
Typische Hinweise sind Abwehr beim Putzen, Satteln und Gurten, Einsinken oder Unruhe beim Aufsteigen, Widerwillen beim Rückwärtsrichten, Schweifschlagen, Zähneknirschen, weniger Schub aus der Hinterhand, Springfehler und allgemeiner Leistungsabfall. Keines dieser Zeichen ist für sich eine Diagnose.
Kann ein Pferd Rückenschmerzen haben, ohne zu lahmen?
Ja. In einer Studie mit 150 Pferden hing das Schmerzverhalten unter dem Reiter nicht mit dem Lahmheitsgrad zusammen. Umgekehrt waren von 60 Pferden, die laut Besitzern beschwerdefrei arbeiteten, 73 % geringgradig lahm. Fehlende sichtbare Lahmheit schließt Schmerzen nicht aus.
Wie kann man Rückenverspannungen beim Pferd lösen?
Zuerst die Ursache klären lassen: Verspannungen sind oft eine Folge von Lahmheit, Sattelproblemen oder Befunden an der Wirbelsäule. Erst danach sind Physiotherapie, angepasstes Training und eine Sattelkontrolle sinnvoll. Kleine Studien zeigen Verbesserungen durch kontrolliertes Bewegungstraining; die Forschung steht noch am Anfang.
Wann muss ich mit Rückenproblemen sofort zum Tierarzt?
Sofort, wenn das Pferd schwankt, unkoordiniert läuft, ein Bein nicht belastet oder plötzlich stark lahmt, und nach einem Sturz oder bei Wunden. Plötzliche deutliche Verhaltensänderungen und anhaltende Abwehr beim Satteln oder Reiten solltest du zeitnah tierärztlich abklären lassen.
Was kann man gegen Rückenschmerzen beim Pferd machen?
Zuerst die Ursache tierärztlich klären. Je nach Diagnose reichen die Möglichkeiten von Medikamenten und lokalen Behandlungen durch den Tierarzt über Physiotherapie, manuelle Therapie und Akupunktur bis zu angepasstem Training und Sattelkorrektur. Als aussichtsreichste Kombination gilt laut einer Literaturübersicht der FU Berlin lokale Behandlung plus gezielter Muskelaufbau.
Wie äußern sich ISG-Probleme beim Pferd?
Ein eindeutiges Einzelzeichen gibt es nicht. Chronische Beschwerden im Iliosakralgelenk gelten als häufige Quelle von Kreuz- und Rückenschmerz bei Sportpferden; in einer Fallserie leistungsschwacher Springpferde war die ISG-Verstauchung die häufigste Diagnose (40 %). Die Diagnose ist schwierig, weil das Gelenk tief liegt und kein Referenztest existiert; Tierärztinnen und Tierärzte kombinieren Ausschluss, Bildgebung und gezielte Betäubungen.
Welche Symptome zeigen Pferde mit einer Blockade des Lendenwirbels?
„Blockade“ ist ein Begriff aus der Praxis manueller Therapie und in den von uns ausgewerteten tiermedizinischen Übersichtsarbeiten keine eigene Diagnose. Die beschriebenen Zeichen entsprechen allgemeinen Rückenschmerz-Zeichen: steifer Rücken, Empfindlichkeit beim Abtasten der Lende, weniger Schub aus der Hinterhand. Weil dahinter auch Lahmheit, ISG-Probleme oder Kissing Spines stecken können, gehört die Abklärung zum Tierarzt.
Wie äußert sich Kissing Spines beim Pferd?
Pferde mit eingeengten Dornfortsätzen wehren sich oft gegen Putzen, Satteln und Gurten, reagieren empfindlich beim Abtasten im Brust- und Lendenbereich, bewegen den Rücken weniger und zeigen manchmal eine vage Lahmheit. Röntgenbefunde sind aber auch bei beschwerdefreien Pferden häufig; erst die tierärztliche Untersuchung klärt, ob der Befund die Beschwerden erklärt.
Quellen
- Shokry et al. 2025: Relationship between back pain and poor performance in show jumping horses (Open Vet J) (öffnet in neuem Tab) – abgerufen am 8. Oktober 2026
- Domańska-Kruppa et al. 2024: Advances in the Clinical Diagnostics to Equine Back Pain (Animals) (öffnet in neuem Tab) – abgerufen am 8. Oktober 2026
- Auer 2016: Schmerzerkennung beim Pferd (Vortrag, Vetmeduni Wien) (öffnet in neuem Tab) – abgerufen am 8. Oktober 2026
- Dyson & Pollard 2020: Application of a Ridden Horse Pain Ethogram (Animals) (öffnet in neuem Tab) – abgerufen am 8. Oktober 2026
- Dyson & Pollard 2023: Application of the RHpE to 150 Horses with Musculoskeletal Pain (Animals) (öffnet in neuem Tab) – abgerufen am 8. Oktober 2026
- Landman et al. 2004: Rückenprobleme und Lahmheit (Vet Rec) (öffnet in neuem Tab) – abgerufen am 8. Oktober 2026
- Zimmerman, Dyson, Murray 2012: Rückenschmerz und diagnostische Anästhesie bei 582 Pferden (Equine Vet J) (öffnet in neuem Tab) – abgerufen am 8. Oktober 2026
- Greve & Dyson 2013: Hindlimb lameness and saddle slip (Equine Vet J) (öffnet in neuem Tab) – abgerufen am 8. Oktober 2026
- Gurtzwang bei 37 Pferden, UC Davis (J Equine Vet Sci 2019) (öffnet in neuem Tab) – abgerufen am 8. Oktober 2026
- Sattelpassform bei Schweizer Reitpferden (J Equine Vet Sci 2021) (öffnet in neuem Tab) – abgerufen am 8. Oktober 2026
- Greve & Dyson 2015: Rückenbreite nach dem Reiten und Sattelpassform (Vet J) (öffnet in neuem Tab) – abgerufen am 8. Oktober 2026
- Greve & Dyson 2015: Veränderung der Rückenmaße im Jahresverlauf (PubMed) (öffnet in neuem Tab) – abgerufen am 8. Oktober 2026
- Pilati et al. 2025: Impinging and Overriding Spinous Processes in Horses (Animals) (öffnet in neuem Tab) – abgerufen am 8. Oktober 2026
- Treß et al. 2024: International survey of equine orthopaedic specialists (Vet Rec) (öffnet in neuem Tab) – abgerufen am 8. Oktober 2026
- Geiger et al. 2025: Trainingsprogramme bei Pferden mit Rückenschmerz (BMC Vet Res) (öffnet in neuem Tab) – abgerufen am 8. Oktober 2026
- University of Sydney Veterinary Hospital: Lameness (öffnet in neuem Tab) – abgerufen am 8. Oktober 2026
- Effect of video angle on detection of induced front limb lameness in horses (BMC Vet Res 2024) (öffnet in neuem Tab) – abgerufen am 8. Oktober 2026
- Dyson & Pollard 2022: RHpE bei British-Eventing-Starts (Animals) (öffnet in neuem Tab) – abgerufen am 8. Oktober 2026
- Dyson & Pollard 2024: Behaviour in Subjectively Non-Lame Ridden Sports Horses (Animals) (öffnet in neuem Tab) – abgerufen am 8. Oktober 2026
- Baudisch, Lischer, Ehrle 2022: Behandlung des Kissing-Spines-Syndroms beim Pferd, Teil 1 (Pferdeheilkunde, FU Berlin) (öffnet in neuem Tab) – abgerufen am 8. Oktober 2026
- Baudisch, Lischer, Ehrle 2022: Behandlung des Kissing-Spines-Syndroms beim Pferd, Teil 2 (Pferdeheilkunde, FU Berlin) (öffnet in neuem Tab) – abgerufen am 8. Oktober 2026
- Jeffcott 1980: Disorders of the thoracolumbar spine of the horse (Equine Vet J) (öffnet in neuem Tab) – abgerufen am 8. Oktober 2026
- Walter et al. 2024: Review of the clinical diagnosis of sacroiliac dysfunction in horses (Vet J) (öffnet in neuem Tab) – abgerufen am 8. Oktober 2026
- Haussler et al. 2021: Systematic Review of Musculoskeletal Mobilization and Manipulation Techniques (Animals) (öffnet in neuem Tab) – abgerufen am 8. Oktober 2026
- Resano-Zuazu et al. 2026: Thoracolumbar myofascial pain in police horses (BMC Vet Res) (öffnet in neuem Tab) – abgerufen am 8. Oktober 2026